Moed Katan 17

Kapitel 17

א מותרין לישא ערב הרגל קשיא לכולהו
1 dürfen dies am Vorabend des Festes. Dies ist ja eine Widerlegung aller Erklärungen!?
ב לא קשיא למאן דאמר משום שמחה עיקר שמחה חד יומא הוא
2 Das ist kein Einwand. Nach demjenigen, welcher erklärt, wegen der Freude, [ist zu erwidern:] die Hauptfreude währt nur einen Tag;
ג למ"ד משום טירחא עיקר טירחא חד יומא הוא למ"ד משום ביטול פריה ורביה לחד יומא לא משהי איניש נפשיה
3 nach demjenigen, welcher erklärt, wegen der damit verbundenen Umstände, [ist zu erwidern:] die Hauptumstände erfolgen nur am ersten Tage; und nach demjenigen, welcher erklärt, wegen der Fortpflanzung, [ist zu erwidern:] wegen des einen Tages schiebt man es nicht auf.
ד ודאין מערבין שמחה בשמחה מנלן דכתיב (מלכים א ח, סה) ויעש שלמה בעת ההיא את החג וכל ישראל עמו קהל גדול מלבוא חמת עד נחל מצרים [לפני ה' אלהינו] שבעת ימים ושבעת ימים ארבעה עשר יום ואם איתא דמערבין שמחה בשמחה איבעי ליה למינטר עד החג ומיעבד שבעה להכא ולהכא
4 Woher, daß man nicht zwei Freuden miteinander mische? Es heißt: <i>so beging Šelomo zu jener Zeit das Fest und ganz Jisraél mit ihm, eine große Versammlung, von da, wo es nach Ḥamath hineingeht, an bis zum Bache Miçrajims, [vor dem Herrn, unserem Gott,] sieben Tage und sieben Tage, [zusammen] vierzehn Tage</i>. Dürfte man zwei Freuden miteinander mischen, so sollte er doch bis zum Feste warten und sieben Festtage aus diesem und aus jenem Anlaß veranstalten. –
ה ודלמא מינטר לא נטרינן והיכא דאתרמי עבדינן איבעי ליה לשיורי פורתא
5 Vielleicht warte man nur nicht, wohl aber darf man es, wenn sie zusammentreffen!? – Er könnte etwas zurücklassen. –
ו שיורי בנין בהמ"ק לא משיירינן איבעי ליה לשיורי באמה כליא עורב
6 Man darf ja vom Bau des Tempels nichts zurücklassen!? – Er könnte etwas vom Rabenschutze zurücklassen. –
ז אמה כליא עורב צורך בנין הבית הוא אלא מדמייתר קרא מכדי כתיב ארבעה עשר יום שבעת ימים ושבעת ימים למה לי שמע מינה הני לחוד והני לחוד
7 Auch der Rabenschutz gehört zum Tempelbau!? – Vielmehr, aus den überflüssigen [Worten] der Schrift; merke, es heißt ja <i>vierzehn Tage</i>, wozu noch: <i>sieben Tage und sieben Tage</i>? Schließe hieraus, diese besonders und jene besonders.
ח א"ר פרנך א"ר יוחנן אותה שנה לא עשו ישראל את יום הכפורים והיו דואגים ואומרים שמא נתחייבו שונאיהן של ישראל כלייה יצתה בת קול ואמרה להם כולכם מזומנין לחיי העולם הבא
8 R. Parnakh sagte im Namen R. Joḥanans: In jenem Jahre hatte Jisraél nicht den Versöhnungstag gefeiert, und sie waren besorgt, die Feinde Jisraéls könnten den Untergang verdient haben. Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Ihr seid allesamt für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt. –
ט מאי דרוש אמרו קל וחומר ומה משכן שאין קדושתו קדושת עולם וקרבן יחיד דוחה שבת דאיסור סקילה מקדש דקדושתו קדושת עולם וקרבן צבור ויום הכפורים דענוש כרת לא כ"ש
9 Wie eruierten sie dies? – Sie folgerten [einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere: wenn [die Einweihung] der Stiftshütte, deren Heiligkeit keine bleibende war, und die Opfer eines Einzelnen den Šabbath verdrängten, [dessen Entweihung] mit der Steinigung belegt ist, um wieviel mehr verdrängen [die Einweihung] des Tempels, dessen Heiligkeit eine bleibende ist, und das Opfer der Gemeinde den Versöhnungstag, [dessen Entweihung] nur mit Ausrottung belegt ist. –
י אלא אמאי היו דואגים התם צורך גבוה הכא צורך הדיוט הכא נמי מיעבד ליעבדו מיכל לא ניכלו ולא לישתו אין שמחה בלא אכילה ושתיה
10 Wieso waren sie demnach besorgt? – Da war es für Gott erfolgt, hierbei aber für sie selbst. – Sollten sie [die Opfer] herrichten, jedoch davon nicht essen und nicht trinken!? – Keine [Fest]freude ohne Essen und Trinken. –
יא ומשכן דדחי שבת מנלן אילימא מדכתיב (במדבר ז, יב) ביום הראשון וביום השביעי דלמא שביעי לקרבנות אמר רב נחמן בר יצחק אמר קרא (במדבר ז, עב) ביום עשתי עשר יום מה יום כולו רצוף אף עשתי עשר כולן רצופין
11 Woher, daß [die Einweihung] der Stiftshütte den Šabbath verdrängte: wollte man sagen, weil es heißt: <i>am ersten Tage, und am siebenten Tage</i>, so kann es ja der siebente der Opfertage sein!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Es heißt: <i>am elfte Tage</i>; wie ein Tag ununterbrochen, ebenso alle elf Tage ununterbrochen. –
יב ודלמא ימים הראויין כתיב קרא אחרינא (במדבר ז, עח) ביום שנים עשר יום מה יום כולו רצוף אף שנים עשר יום כולן רצופין
12 Vielleicht nur an den Tagen, an denen es zulässig war!? – Es gibt noch einen anderen Schriftvers: <i>am zwölften Tage</i>; wie ein Tag ununterbrochen, ebenso alle zwölf Tage ununterbrochen. –
יג ודלמא הכא נמי ימים הראויין אם כן תרי קראי למה לי
13 Vielleicht auch hierbei: nur an den Tagen, an denen es zulässig war!? – Wozu sind demnach zwei Schriftverse nötig? –
יד ומקדש דדוחה יום הכפורים מנלן אילימא מדכתיב ארבעה עשר יום ודלמא ימים הראויין גמר יום יום מהתם
14 Woher, daß [die Einweihung] des Tempels den Versöhnungstag verdrängte: wollte man sagen, weil es <i>vierzehn Tage</i> heißt, so waren es vielleicht nur Tage, an denen es zulässig war!? – Dies ist durch [das Wort] <i>Tag</i> zu folgern, das auch dort [gebraucht wird].
טו יצתה בת קול ואמרה להם כולכם מזומנין לחיי העולם הבא ומנלן דאחיל להו דתני תחליפא (מלכים א ח, סו) ביום השמיני שלח את העם ויברכו את המלך וילכו לאהליהם שמחים וטובי לב על כל הטובה אשר עשה ה' לדוד עבדו ולישראל עמו
15 «Da ertönte eine Hallstimme und sprach: Ihr seid allesamt für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt.» Woher, daß er es ihnen vergeben hat? – R. Taḥlipha lehrte: <i>Und es geschah am achten Tage, da entließ er das Volk, und sie segneten den König und gingen nach ihren Zelten, fröhlich und guten Mutes, über all das Gute, das der Herr seinem Knechte David und seinem Volke Jisraél erwiesen hat</i>.
טז לאהליהם שהלכו ומצאו נשיהם בטהרה שמחים שנהנו מזיו השכינה וטובי לב שכל אחד ואחד נתעברה אשתו בבן זכר על כל הטובה שיצתה בת קול ואמרה להם כולכם מזומנין לחיי העולם הבא
16 <i>Nach ihren Zelten</i>, sie fanden ihre Frauen im Zustande der Reinheit. <i>Fröhlich,</i> sie hatten vom Glanze der Göttlichkeit genossen. <i>Und guten Mutes</i>, die Frau eines jeden wurde mit einem Knäblein schwanger. <i>Über all das Gute</i>, eine Hallstimme ertönte und sprach zu ihnen: Ihr seid allesamt für das Leben der zukünftigen Welt bestimmt. –
יז לדוד עבדו ולישראל עמו בשלמא לישראל עמו דאחיל להו עון יום הכפורים אלא לדוד עבדו מאי היא
17 <i>Seinem Knechte David und seinem Volke Jisraél</i>; allerdings seinem Volke Jisraél, indem er ihnen die Entweihung des Versöhnungstages vergeben hat, inwiefern aber seinem Knechte David?
יח אמר רב יהודה אמר רב בשעה שביקש שלמה להכניס ארון למקדש דבקו שערים זה לזה אמר שלמה עשרים וארבע רננות ולא נענה פתח ואמר (תהלים כד, ז) שאו שערים ראשיכם וגו' ולא נענה
18 R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Als Šelomo die Lade in den Tempel bringen wollte, schlossen sich die Tore zusammen. Da sprach Šelomo vierundzwanzig Lobgesänge, jedoch wurde er nicht erhört; hierauf sprach er: <i>Erhebet ihr Tore eure Häupter $c.</i>, dennoch wurde er nicht erhört.
יט כיון שאמר (דברי הימים ב ו, מב) ה' אלהים אל תשב פני משיחך זכרה לחסדי דוד עבדך מיד נענה באותה שעה נהפכו פני שונאי דוד כשולי קדירה וידעו הכל שמחל לו הקב"ה על אותו עון
19 Als er aber sprach: <i>Herr, Gott, weise deinen Gesalbten nicht ab, gedenke doch der Gnade gegenüber deinem Knechte David</i>, wurde er sofort erhört. Nun wurden die Gesichter der Feinde Davids wie die Topfränder, und alle erkannten, daß ihm der Heilige, gepriesen sei er, jene Sünde vergeben hat.
כ ר' יונתן בן עסמיי ורבי יהודה בן גרים תנו פרשת נדרים בי ר' שמעון בן יוחי איפטור מיניה באורתא לצפרא הדור וקא מפטרי מיניה אמר להו ולאו איפטריתו מיני באורתא
20 R. Jonathan b. A͑smaj und R. Jehuda, ein Proselytenabkömmling, studierten den Traktat von den Gelübden vor R. Šimo͑n b. Joḥaj. Nachdem sie sich abends von ihm verabschiedet batten, kamen sie am folgenden Morgen zurück und verabschiedeten sich wiederum. Da sprach er zu ihnen: Habt ihr euch denn nicht abends von mir verabschiedet!?
כא אמרו ליה למדתנו רבינו תלמיד שנפטר מרבו ולן באותה העיר צריך ליפטר ממנו פעם אחרת שנאמר ביום השמיני שלח את העם ויברכו את המלך וכתיב (דברי הימים ב ז, י) וביום עשרים ושלשה לחדש השביעי שלח את העם
21 Jene erwiderten: Du hast uns gelehrt, Meister, daß, wenn ein Schüler sich von seinem Lehrer verabschiedet und in derselben Stadt übernachtet, er sich wiederum von ihm verabschieden müsse. Es heißt nämlich: <i>und es geschah am achten Tage</i><i>, da entließ er das Volk, und sie segneten den König</i>, und es heißt: <i>und am dreiundzwanzigsten des siebenten Monats entließ er das Volk</i>;
כב אלא מכאן לתלמיד הנפטר מרבו ולן באותה העיר צריך ליפטר ממנו פעם אחרת
22 hieraus, daß, wenn ein Schüler sich von seinem Lehrer verabschiedet und in derselben Stadt übernachtet, er sich wiederum von ihm verabschieden müsse.
כג א"ל לבריה בני אדם הללו אנשים של צורה הם זיל גביהון דליברכוך אזל אשכחינהו דקא רמו קראי אהדדי כתיב (משלי ד, כו) פלס מעגל רגלך וכל דרכיך יכונו וכתיב (משלי ה, ו) אורח חיים פן תפלס
23 Da sprach er zu seinem Sohne: Es sind vornehme Leute, gehe zu ihnen hin, damit sie dich segnen. Als er hinkam, traf er sie sich mit folgenden einander widersprechenden Schriftversen befassen. Es heißt: <i>wäge die Bahn deines Fuβes, und all deine Wege sollen fest bestimmt sein</i>, dagegen aber heißt es: <i>daß du nicht den Weg des Lebens wägst</i>!?
כד לא קשיא כאן במצוה שאפשר לעשותה ע"י אחרים
24 Das ist jedoch kein Widerspruch; eines gilt von einem Gebote, das auch durch andere ausgeübt werden kann,